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Haftbefehl gegen al-Baschir stösst international auf Skepsis - Rebellengruppen reagieren erfreut

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Haftbefehl gegen al-Baschir stösst international auf Skepsis - Rebellengruppen reagieren erfreut

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Der Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir hat international Besorgnis ausgelöst. Baschir selbst erwägt laut dem sudanesischen UN-Botschafter sogar eine nicht näher bezeichnete militärische Reaktion. Jeder Versuch, den Staatschef festzunehmen, werde von der sudanesischen Regierung als Kriegserklärung betrachtet, hieß es.

Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs hatte den Haftbefehl wegen des Verdachts auf Völkermord an der schwarzafrikanischen Bevölkerung in der Krisenregion Darfur beantragt. Es ist das erste Mal, dass ein amtierendes Staatsoberhaupt von dem Gericht offiziell beschuldigt wird. Nach Schätzungen der UNO wurden bislang rund 300.000 Menschen in Darfur getötet, 2,5 Millionen sind auf der Flucht.

China zeigte sich besorgt und befürchtet eine weitere Destabilisierung der Lage. Begrüsst wurde der Haftbefehl hingegen von Rebellengruppen in Darfur – in einer Erklärung sprachen sie von einem “Sieg der Menschlichkeit”. Die gemeinsame Mission aus Truppen der UNO und der Afrikanischen Union will nicht unmittelbar benötigtes Personal abziehen. Khartum kündigte an, den UN-Sicherheitsrat anzurufen, um eine strafrechtliche Verfolgung al-Baschirs zu verhindern.