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Sudanesischer Präsident wird des Völkermords beschuldigt - aber er erkennt eine mögliche Anklage nicht an

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Sudanesischer Präsident wird des Völkermords beschuldigt - aber er erkennt eine mögliche Anklage nicht an

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Der Chefankläger beim Internationalen Strafgerichtshof, Luis Moreno-Ocampo, hat Sudans Präsidenten Al-Baschir des Völkermords beschuldigt. Über den Antrag wird das Gericht in den nächsten Monaten entscheiden. Das Problem ist allerdings – Al-Baschir erkennt das Gericht nicht an. Die Anschuldigungen,die Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit einschlossen, tat er als Lügen ab. Jeder wisse das, der Darfur besucht habe.

In der Region im Westen des Sudan hatte vor fünf Jahren die Gewalt zwischen Regierungstreuen Milizen und Rebellen begonnen. Dabei kamen nach Schätzungen von Experten bisher rund 200.000 Menschen ums Leben. Nun sorgen sich die in Darfur stationierten Vereinten Nationen um ihr Personal:

“All die, die nicht direkt mit der Friedensmission zu tun haben, werden versetzt. Wenn sich die Lage beruhigt hat, lassen wir sie zurückkommen, um die Mission weiter voranzubringen”.

Und diese Mission – die friedliche Lösung des Konflikts – wäre im Falle einer Anklage gefährdet, so die Meinung der Afrikanischen Union. Denn die Festnahme Bashirs würde zu einem Machtvakuum führen, das eine zunehmende Anarchie zur Folge hätte.