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Israel und Hisbollah tauschen Gefangene aus

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Israel und Hisbollah tauschen Gefangene aus

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Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz tauschen heute am Grenzübergang Rosch Hanikra Gefangene aus. Unter den libanesischen Gefangenen, die an die Hisbollah übergeben werden, ist auch Samir Kuntar – er ist für den Tod von fünf Israelis verantwortlich, darunter zwei Kinder. Erst am Dienstag hatte Israels Präsident Shimon Peres den Mann begnadigt und damit die letzte Hürde für den Austausch aus dem Weg geräumt. Dem Austausch waren monatelange Verhandlungen unter der Vermittlung eines deutschen BND-Agenten vorausgegangen.

Der Libanese Kuntar soll zusammen mit vier weiteren Hisbollah-Kämpfern gegen zwei israelische Soldaten ausgetauscht werden. In Israel wird davon ausgegangen, dass die beiden 2006 verschleppten Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev tot sind. Ihre Entführung löste den zweiten Libanon-Krieg aus. Monatelang forderten Israelis ihre Freilassung.

Den Austausch sieht der israelische Analyst Amos Harel kritisch:

“Es ist unangenehm für Israel, weil wir fünf lebende Gefangene gegen zwei tote Soldaten austauschen. Das ist ein Präzedenzfall für die Zukunft”.

Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes sollen die Übergabe begleiten. Denn es geht nicht nur um die lebenden Gefangenen, sondern auch um die sterblichen Überreste von rund 200 Libanesen und weiterer israelischer Soldaten.
In Berlin wird die Übergabe als großer Erfolg für die Vereinten Nationen, die Bundesregierung und den deutschlen Vermittler gewertet.