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Tiefe Konflikte in der anglikanischen Kirche

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Tiefe Konflikte in der anglikanischen Kirche

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Der Anglikanischen Kirche droht das Schisma –
die Kirchenspaltung. Grund für den tiefgreifenden Konflikt ist der Streit um die Zulassung von Frauen zum Bischofsamt. Die Stimmen dafür kommen verstärkt aus den USA.
Dort ist im Bundesstaat Nevada 2006 mit Katherine Jefferts Schori erstmals eine Frau zur Bischöfin der episkopalischen Kirche gewählt worden. Sie sagt:
“ Ich glaube, Gott heißt alle an seiner Tafel willkommen, ob man mit ihnen einer Meinung ist oder nicht. Und die Episkopalische Kirche hat schon immer ihre Stimme erhoben für theologische Vielfalt und Meinungsvielfalt.”

Dabei weiß die Bischöfin das geistliche Oberhaupt der “Church of England” , Rowan Williams , hinter sich. Der Erzbischof von Conterburry steht der wichtigsten der weltweit 80 Mitgliedskirchen der Anglikanischen Konvention vor.

Eine Weisungsbefugnis gegenüber den Nationalkirchen, wie sie der Papst bei den Katholiken innehat, gibt es in der Anglikanischen Gemeinschaft nicht. Folglich konnte der Erzbischof bei der jüngsten Synode nur seine eigene Haltung für Frauen im Bischofsamt bekräftigen.

Und dagegen erhebt sich heftiger Widerstand von Seiten der Konservativen in der Anglikanischen Gemeinschaft. Deren Sprecher, der Erzbischof von Sidney, bezeichnet die Konflikte als
“sehr tief – und zwar in geistlichen Fragen, wobei tief verinnerlichte Überzeugungen verändert werden müssen.”
Peter Jensen wörtlich:“Vielleicht sind ja wir es, die sich ändern müssen, was ich allerdings nicht glaube. Wir müssen darauf hören, was Gott sagt.”

Wie tief der Konflikt bereits reicht zeigte sich,
als vor dem Beschluß der Synode zum Bischofsamt für Frauen und auch für Homosexuelle 1.300 Geistliche damit drohten, die Glaubensgemeinschaft zu verlassen.

Auch der erste homosexuelle Bischof bekam das zu spüren. Gene Robinson, 2003 zum Bischof von New Hampshire gewählt, hatte sich der eindringlichen Bitte des Erzbischofs von Canterbury gebeugt,
am vergangenen Sonntag in London nicht die Messe zu zelebrieren, um nicht noch mehr Öl ins Feuer des lodernden Kirchenstreits zu gießen.