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König mahnt Belgier zur Solidarität

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König mahnt Belgier zur Solidarität

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Belgiens König Albert der Zweite hat seine Landsleute zur Geschlossenheit aufgerufen. Der eindringliche Appel, wie üblich am Vorabend des Nationalfeiertags, überraschte kaum. Denn zu feiern gibt es wenig für die gespaltene Nation. Seit über einem Jahr lähmt eine Staatskrise das Land.

Die Spaltung der Überzeugungen sei kein Schicksal, so der Monarch. Solidarität und Toleranz – im Respekt vor der Identität jedes einzelnen Landesteils – stellten den einzig möglichen Weg für die belgische Demokratie dar: “Wir müssen neue Formen des Zusammenlebens in unserem Land finden.”

Der König hatte am Donnerstag das Rücktrittsgesuch Yves Letermes abgelehnt. Der Ministerpräsident war mit einer Staatsreform gescheitert. Dem flämischen Christdemokraten war es erst neun Monate nach den Parlamentswahlen vom Juni 2007 gelungen, eine Fünf-Parteien-Koalition zu schmieden. Sie bleibt vorerst im Amt. Um das künftige Miteinander von Flamen und Wallonen sollen sich drei Vermittler kümmern.

Außerdem ist die Neuordnung des zweisprachigen Hauptstadt-Wahlkreises um Brüssel strittig. Dort demonstrierten im November Zehntausende für die Einheit – darunter vor allem Wallonen. Sie fürchten, bei einer Verfassungsreform die Verlierer zu sein.