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Berlin am Vorabend der Obama-Rede

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Berlin am Vorabend der Obama-Rede

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In Berlin wird Barack Obama morgen vor der Siegessäule sprechen.
Immerhin ist das in Blickweite des Brandenburger Tores.
Und historisch ist der Ort ja auch.
Die Säule erinnert an drei Kriege im 19. Jahrhundert – gegen Dänemark, Frankreich und Österrreich – das könnte doch zu Obamas Absicht passen, den Krieg im Irak zu beenden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Obama morgen vor seiner Rede im Bundeskanzleramt empfangen wird, sagte zum Streit um den Redeort: “Da habe ich ja schon mehrfach klargemacht, da´das Brandenburger Tor für jeden amerikanischen Präsidenten ein guter Ort ist wie für andere Präsidenten auch, daß aber bestimmte Wahlkampfveranstaltungen nicht überall in der Stadt stattfinden müssen. Das mag manchem ein bißchen altmodisch vorkommen und da mag es auch unterschiedliche Meinungen darüber geben. Es ist jetzt eine Entscheidung getroffen worden und jetzt freuen wir uns darauf, daß der Senator kommt.”

Das Brandenburger Tor bleibt also für Präsidenten reserviert. Vielleicht kehrt Obama ja bald als solcher zurück und reiht sich ein in die Berliner Redeliste der US-Präsidenten. Clinton 1992: “Nichts kann uns aufhalten, alles ist möglich, Berlin ist frei.” Reagan 1987: “Mr. Gorbatchev, open this gate…” Kennedy 1963: “ Ich bin ein Berliner”

Gerechnet wird mit mehr als 100.000 Zuhöreren.
Entsprechend hoch sind auch die Erwartungen – die deutsche Wirtschaft erhofft sich Aufklärung über Obamas Position zur Handelspolitik, andere erwarten klare Bekenntnisse zur Abrüstung, zu Menschenrechten und nicht zuletzt zum Umweltschutz.
Professor Harald Wenzel von der Freien Universität Berlin sieht historische Dimesionen, wenn er sagt: “ Es gibt sicherlich Parallelen zu Kennedy. Kennedy war eine sehr charismatische Persönlichkeit, Kennedy hat einen Aufbruch verkörpert. Er hat vor allen Dingen junge Menschen angesprochen. Das finden wir bei Obama ganz ähnlich. Auf der anderen Seite muß man auch sagen, daß nun Europa und auch die Deutschen mit den letzten acht Jahren Präsidentschaft in den USA bestimmte Erfahrungen gemacht haben, Erfahrungen, wo nicht alle sehr glücklich ´drüber sind.”

Um den Veranstaltungsort herum wird noch an den Sicherheitsvorkehrungen gearbeitet.
Dauren soll die Rede des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers 35 Minuten.