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Geheimdienst deckte Karadzic

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Geheimdienst deckte Karadzic

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Das Geheimnis des jahrelangen Verbleibs Radovan Karadzics scheint gelöst: der serbische Geheimdienst hat ihn gedeckt. Dies gab die neue serbische Regierung zu. 13 Jahre lang, seit der Anklage vor dem UN-Gericht in Den Haag hatte es immer wieder aus Belgrad geheißen, man wisse es nicht. Der mutmaßliche Kriegsverbrecher arbeitete
unbehelligt als Doktor Dragan David Dabic in einer privaten Arztpraxis in Belgrad. Sein Bruder Luka äußerte Zweifel daran, dass es zu einer Verurteilung kommen wird: Radovan wolle sich in Den Haag selbst verteidigen, sagte er. Doch es sei bekannt, dass es einem Beschluss des UN-Sicherheitsrats zufolge 2009 keine neuen Prozesse geben werde, weil das Tribunal 2010 seine Arbeit beende. 2008 müssten alle Prozesse in erster Instanz beendet werden, so dass Berufungen bis 2010 behandelt werden könnten.

Karadzic, dem die schwersten Verbrechen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vorgeworfen werden, ist zur Zeit in Belgrad in Haft. Sein Anwalt werde vermutlich am Freitag Berufung einlegen, erläuterte ein Sprecher der serbischen Staatsanwaltschaft: “Danach werden die Richter über den Zeitpunkt ihrer Entscheidung beraten. Wir gehen davon aus, dass das Berufungsgericht nicht drei Tage brauchen wird, um über den Einspruch zu entscheiden. Karadzic könnte am Wochenende oder zu Beginn der nächsten Woche ausgeliefert werden.”
Mit den Sprechstunden Doktor Dabics ist es vorbei.
De ausgebildete Psychiater wird in eine Zelle im Gefängnis Scheveningen eingewiesen und selbst befragt: zum Völkermord in Srebrenica.