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Wieder Atomunfall in Frankreich: 100 Arbeiter "leicht verstrahlt"

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Wieder Atomunfall in Frankreich: 100 Arbeiter "leicht verstrahlt"

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Die Serie von nuklearen Zwischenfällen in Frankreich reißt nicht ab: In der Atomanlage Tricastin bei Avignon sind bei einer Inspektion am Mittwoch rund 100 Angestellte leicht kontaminiert worden. Offenbar war radioaktiver Staub aus einem Abzugsrohr entwichen. Der Direktor der Anlage, Alain Peckre, erklärte, es bestehe keine Gefahr für die Gesundheit der Betroffenen und bezeichnete den Vorfall als “belanglos”: “Es geht um den Schutz des Personals. Wir haben Vorrichtungen, die automatisch Alarm auslösen, dann unterbrechen wir die Arbeit und bringen die Menschen aus dem Gebäude.”

Die Atomaufsichtsbehörde stufte den Vorfall auf der Störfallskala mit dem niedrigsten Wert 0 ein. Tricastin war erst vor zwei Wochen in die Schlagzeilen geraten, als aus einem undichten Überlaufbecken rund 30.000 Liter einer uranhaltigen Flüssigkeit ausliefen und in die Flüsse gelangten. Erst gestern hatte die Präfektur das seit damals geltende Angel- und Badeverbot wieder aufgehoben.

Bei Überprüfungen wurde im Grundwasser Uran entdeckt, das schon zuvor ausgetreten sein musste. Umweltminister Jean-Louis Borloo ordnete an, das Grundwasser rund um alle Atomkraftwerke zu untersuchen. In Romans-sur-Isère war vor kurzem in einer Brennstäbefabrik uranhaltige Flüssigkeit aus einer brüchigen Leitung ausgetreten.