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Verzögerung bei Karadzic-Auslieferung

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Verzögerung bei Karadzic-Auslieferung

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Die Regierungschefs aus Südosteuropa bei ihrem jährlichen Treffen, diesmal in Salzburg: Es geht um Themen wie Energie oder die EU; aber auch die Festnahme des als Kriegsverbrecher gesuchten Radovan Karadzic spielt eine große Rolle.

Für Serbiens neue Regierung kann es nach dieser Festnahme so weitergehen: Karadzic war die Nummer eins, sagt ihr Chef Mirko Cvetkovic; das zeigt unsere Bereitschaft. Genauso wollen wir mit der Nummer zwei umgehen, oder auch mit der Nummer sieben.

Karadzic war früher, im Bürgerkrieg nach dem Zerfall Jugoslawiens, Anführer der Serben in Bosnien. Nach vielen Jahren des Untertauchens wurde er vor einer Woche gefasst. Vor dem Tribunal in Den Haag soll er sich nun wegen Kriegsverbrechen verantworten.

Seine Auslieferung wird sich aber noch um einige Tage verzögern: Gegen den Beschluss hat er Einspruch eingelegt, wie sein Bruder mitteilt, nach einem Besuch bei ihm im Gefängnis in Belgrad.

Serbische Medien berichten jetzt, dass Karadzic durch einen anonymen Anruf enttarnt wurde. Der Geheimdienst hörte daraufhin seine Gespräche ab und nahm ihn dann fest. In Bosnien selbst wird inzwischen gegen etwa hundert mutmaßliche Fluchthelfer von Karadzic ermittelt.