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Gesetzesänderung bei "häuslicher Gewalt" in Großbritannien

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Gesetzesänderung bei "häuslicher Gewalt" in Großbritannien

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Häusliche Gewalt – ein Thema, das in Fernsehnachrichten schwer zu bebildern ist, denn normalerweise sieht keine Kamera zu. Deshalb läßt ein britischer Sender Kinder diesen Albtraum nachspielen.

Anlaß ist ein neues Gesetz, wonach Männer, die ihre Frauen totschlagen, nicht mehr mit Entschuldigungen durchkommen wie “provoziert durch eheliche Untreue oder ständige Nörgelei”.

Es gilt der Grundsatz: “Domestic abuse – there´s no excuse”. Für häusliche Gewalt gibt es keine Entschuldigung.

Das Gesetz soll Schluß machen mit großzügigen Entschuldigungen für Männer, die aus Wut töten, und ebenso mit überzogener Härte für Frauen, dies es aus Furcht tun

Die Ministerin für Frauenfragen Harriet Harman spricht von den vielen Frauen, die immer noch in der Angst-Falle sitzen, weil sie fürchten, von ihrem Mann verfolgt zu werden, wenn sie versuchen auszubrechen. Bei allen Fortschritten, so meint die Ministerin, müssen man immer wieder betonen, daß es im 21. Jahrhundert einfach nicht hinnehmbar sei, wenn ein Mann seine Frau schlägt.

Britische Medien erinnern aus Anlaß der Gesetzesänderung an den Fall der Ehefrau
Kiranjit Ahluwalia, die nach zehn Jahren ehelicher Gewalt ihrem Mann die Füße verbrannte, damit er sie nicht mehr verfolgen könne. Der Mann starb an seinen Verletzungen und sie wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Öffentliche Proteste erwirkten eine Wiederaufnahme des Verfahrens und letztlich die Freilassung.

Dieser Fall führte in der britischen Rechtspraxis zu einer anderen Definition des Wortes “Provokation” – und letztlich dazu, in Fällen, in denen der Mann zu Tode kommt, wenn die gequälte Fraue sich wehrt, von Totschlag oder fahrlässiger Tötung zu sprechen.