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Radovan Karadzic versucht Gerichtsentscheid über Auslieferung aufzuhalten

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Radovan Karadzic versucht Gerichtsentscheid über Auslieferung aufzuhalten

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Der wegen Kriegsverbrechen angeklagte frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic versucht weiterhin mit juristischen Mitteln, seine Überstellung an das UN-Tribunal in Den Haag zu verhindern – und eine Entscheidung des zuständigen serbischen Gerichts hinauszuzögern.

Während Karadzic in einer Gefängniszelle auf die Entscheidung wartete, verlautete aus Justizkreisen in Belgrad, dass der angekündigte Einspruch Karadzics gegen seine Auslieferung bisher nicht eingegangen sei, auch nicht mit der Post am heutigen Vormittag. Der Anwalt Karadzics erklärte, das Schreiben sei fristgemäß am vergangenen Freitag per Post abgeschickt worden, doch “vielleicht kommt die Post aus der Ferne”, fügte er hinzu.

Unterdessen bereiten sich die Sicherheitsbehörden auf eine Großdemonstration serbischer Nationalisten vor; auch Luka Karadzic, Bruder des Inhaftierten, will bei der Protestkundgebung gegen eine Auslieferung auftreten.

Die Polizei kündigte umfangreiche Sicherheits-vorkehrungen an, um Gewaltausbrüche zu verhindern.

In den Vortagen waren bei Protesten von Karadzic-Anhängern mehrere Journalisten verletzt und deren Ausrüstung beschädigt worden.

An der Demonstration nimmt neben der Serbischen Radikalen Partei auch die Demokratische Partei des bisherigen Regierungschefs Vojislav Kostunica teil.