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Rekordentschädigung für Tapie bestätigt

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Rekordentschädigung für Tapie bestätigt

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Die Rekordentschädigung für den ehemaligen französischen Minister und Unternehmer Bernard Tapie bleibt bestehen. Das bestätigte das Wirtschaftsministerium in Paris. Ein Sonderschiedsgericht hatte Tapie am 11. Juli eine Entschädigung in Höhe von 285 Millionen Euro in einem Prozess um den unsauberen Verkauf des Sportartikelherstellers Adidas durch den damaligen Crédit Lyonnais zugesprochen.

Wirtschaftsministerin Christine Lagarde sagte jetzt, die meisten Gutachten, die sie in der Sache erhalten habe, hätten einem Einspruch nur geringe Chancen eingeräumt: “Was wollen wir also machen? Wir wollen ein neues Kapitel aufschlagen. Wir wollen mit den Geschichten aus der sogenannten ‘Zaster-Zeit’ der Ära Mitterrand abschließen.” Tapie war in der Regierung von Präsident Francois Mitterrand – der sogenannten “Kaviar-Linken” – für das Ressort Städtebau zuständig.

Im Jahr 1992 verkaufte er den Sportartikel-Hersteller Adidas über die damalige Staatsbank Crédit Lyonnais, die ihn dabei geprellt haben soll. Die Bank war insgeheim an der Käufergruppe beteiligt und machte beim Weiterverkauf 1994 einen Gewinn von 229 Millionen Euro. Der Zentrumspolitiker Francois Bayrou kommentierte, an der Entscheidung seien die ganze Regierung, das Machtzentrum, der Präsident, beteilgt gewesen; und die müssten sich jetzt den Franzosen erklären. Von der Entschädigung fließen 190 Millionen Euro wegen der hohen Steuerschulden Tapies direkt in die französische Staatskasse.