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Ausschreitungen bei Karadzic-Sympathiekundgebung

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Ausschreitungen bei Karadzic-Sympathiekundgebung

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Am Abend vor der Auslieferung von Radovan Karadzic war es am Rande einer Sympathiekundgebung für den ehemaligen Serben-Führer in Belgrad zu Ausschreitungen gekommen. Einige hundert meist jugendliche Anhänger bewarfen Bereitschaftspolizisten mit Steinen, Metallrohren und Feuerwerkskörpern. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein.

Medienberichten zufolge wurden mindestens 46 Menschen verletzt, darunter 25 Polizisten und zwei Journalisten. Rund 3500 Polizisten waren im Einsatz, auch um Regierungsgebäude und Botschaften zu schützen.

Mehr als zehntausend Menschen hatten sich zu der Kundgebung versammelt. Viele waren mit Bussen aus dem Umland gekommen. Mit Fotos von Karadzic und seinem weiterhin flüchtigen, früheren Armeechef Ratko Mladic demonstrierten sie gegen Karadzic’ Verhaftung und Auslieferung an das Haager UN-Tribunal.

Die Serbische Radikale Partei von Tomislav Nikolic hatte gemeinsam mit anderen nationalistischen Verbänden zu der Kundgebung aufgerufen. Motto: “Freiheit für Serbien”. Auch der ehemalige Regierungschef Voijslav Kostunica schloss sich an. Unter den Rednern war auch Karadzic’ Bruder Luka.

Serbiens Präsident Boris Tadic nannte den Protest “unglaublich”. Er richte sich gegen serbische Gesetze, die eine Zusammenarbeit mit UN-Tribunal vorsähen.