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WTO-Gespräche in Genf gescheitert

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WTO-Gespräche in Genf gescheitert

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In Genf sind nach neun Tagen die Gespräche der Welthandelsorganisation (WTO) über die Liberalisierung des Welthandels vorerst gescheitert. Die Teilnehmer bedauerten das, betonten aber, dass eventuell schon im Herbst weiterverhandelt werden könne. Die sogenannte Doha-Runde läuft seit 2001 und ist damit noch immer nicht abgeschlossen. WTO-Generaldirektor Pascal Lamy betonte, es nutze nichts, um den heíßen Brei herumzureden; das Treffen sei gescheitert, die Teilnehmer hätten ihre Differenzen nicht überkommen können. Die Gespräche scheiterten vor allem an den Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und Indien. Die USA lehnen die von Indien erhobene Forderung nach Schutzöllen bei hohen Agrarimporten ab, die Entwicklungsländer nach den indischen Vorschlägen schon frühzeitig erheben können sollen. Die USA wollen eine höhere Schwelle. Nach dem Scheitern der Gespräche in Genf ist auch das Abkommen über den Import von Bananen zwischen Südamerika und der Europäischen Union hinfällig. Es sollte den Südamerikanern den Zugang zu den EU-Märkten vereinfachen. Der größte Bananen-Exporteur der Welt, Ecuador, zeigte sich verärgert. Agrarminister Walter Poveda sagte, man sei desillusioniert. Der Prozess der Globalisierung, der Beseitigung von Grenzen und die Bemühungen um einen leichteren Welthandel, würden mit solchen Entscheidungen torpediert. Sollte im Herbst weiterverhandelt werden, blieben die Angebote der USA zum Zoll- und Subventionsabbau vor allem bei Agrarprodukten aus Entwicklungsländern auf dem Tisch.