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Umstrittene Freilassung von ETA-Mitglied

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Umstrittene Freilassung von ETA-Mitglied

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Eines der bekanntesten Mitglieder der ETA, José Iñaki de Juana Chaos, ist nach Verbüßung seiner Haft wieder frei. Die ETA kämpft seit langem mit Gewalt für einen eigenen baskischen Staat: De Juana wurde wegen mehrerer Anschläge verurteilt, bei denen 25 Menschen ums Leben kamen.

Seine Strafe dafür betrug mehr als dreitausend Jahre Haft. In der Praxis waren aber nur dreißig Jahre möglich; letztlich wurden daraus durch gute Führung achtzehn Jahre. Drei Jahre kamen dann allerdings noch einmal dazu, wegen zwei umstrittenen Artikeln. De Juana trat damals aus Protest in einen langen Hungerstreik.

Dass er nun doch wieder in Freiheit kommt, stört vor allem ETA-Opfer und ihre Angehörigen. Auch Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero sagt, es sei völlig verständlich, dass alle – auch er selbst – gegen diesen Menschen Abscheu empfänden; aber man müsse sich an das Gesetz halten.

Der Opferverband hat schon für heute erste Proteste angekündigt, in Madrid und im baskischen San Sebastian, wo de Juana jetzt wieder wohnt. Seine Freilassung fiel auf denselben 2. August, an dem 1968 die ETA ihren ersten Anschlag verübte.