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Alexander Solschenizyn ist tot.

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Der russsische Literaturnobelpreisträger ist im Alter von 89 Jahren in Moskau an Herzversagen gestorben. Seit Monaten hatte er sich nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt.
Während des Zweiten Weltkrieges kämpfte Solschenizyn gegen die Nazi-Truppen. Er diente als Batteriechef einer Artillerieeinheit.
In den letzten Kriegsmonaten wurde er von der militärischen Spionageabwehr festgenommen und zu acht Jahren Haft in den Zwangslagern des Gulags verurteilt. Zunächst lebte er in einem Sonderlager für Wissenschaftler. Später wurde er in ein Arbeitslager nach Kasachstan verlegt. All das nur, weil er in Briefen an seinen Schwager während des Krieges Kritik an Stalin geübt hatte.
In seinem ersten Werk aus dem Jahr 1962 “Das Leben des Iwan Denissowitsch” verarbeitet er diese Erfahrungen.
1970 erhielt Solschenizyn den Literaturnobelpreis. In dem Untergrundverlag Samisdat veröffentlichte er sein monumentales Hauptwerk “Der Archipel Gulag.” Danach wurde er verhaftet und am 14. Februar 1974 aus der Sowjetunion ausgewiesen, lebte kurz in Köln bei Heinrich Böll und dann später in den USA im Bundesstaat Vermont.
Erst 1994 kehrte er nach Russland zurück.
Er forderte immer wieder, dass Russland die westliche Demokratie nicht ohne Verstand nachäffen dürfe. Er beschwor immerfort die Einheit des Landes. Doch als Mahner für ein Russland auf der Grundlage von Gemeinsinn und orthodoxem Glauben wurde er kaum mehr gehört.
Die höchste Auszeichnung Russlands, der
Staatspreis, den er zuvor immer abgeleht hatte, wurde dem ehemaligen Regimekritiker im Juni 2007 für seine humanitären Verdienste verliehen. Vom damaligen Präsidenten Wladimir Putin.