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Israel bringt Gaza-Flüchtlinge ins Westjordanland - Menschenrechtler werfen Geheimdienst Erpressung von Kranken vor

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Israel bringt Gaza-Flüchtlinge ins Westjordanland - Menschenrechtler werfen Geheimdienst Erpressung von Kranken vor

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Die israelische Armee hat mehrere aus dem Gazastreifen geflohene Palästinenser nach Jericho ins Westjordanland gebracht. Die Flüchtlinge gehören der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Abbas an. Bereits am Sonntag waren 40 von ihnen zurück in den Gazastreifen gebracht worden. Viele wurden daraufhin von der radikalislamischen Hamas festgenommen.

Die mehr als 180 Fatah-Mitglieder waren am Wochende vor blutigen Kämpfen mit der Hamas geflohen. Dabei waren elf Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Es war der heftigste Gewaltausbruch seit der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen vor einem Jahr.

Eine Menschenrechtsorganisation warf dem israelischen Geheimdienst unterdessen vor, medizinische Behandlung von Spitzeldiensten abhängig zu machen. Der Dienst nutze die Schwäche und Hilflosigkeit der palästinensischen Patienten im Gazstreifen aus und zwinge sie so zur Zusammenarbeit, sagte eine Sprecherin von “Physicians for Human Rights”.

Israel dementierte prompt. Die Behauptung, dass der Zugang zu medizinischer Behandlung abhängig gemacht würde von der Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst sei frei erfunden, so ein Regierungssprecher.

Die Organisation stützt sich in ihrem Bericht auf Aussagen von teils schwerkranken Palästinensern, die an der Grenze abgewiesen wurden, nachdem sie sich der Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst wiedersetzt hatten. Seitdem die Hamas den Gazastreifen kontrolliert habe sich die Zahl der Hilfesuchenden mehr als verdoppelt, so der Bericht.