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Operation Bürgerruhe: Italiens Regierung schickt das Militär auf die Straße

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Operation Bürgerruhe: Italiens Regierung schickt das Militär auf die Straße

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Von nun an greifen sie Italiens Polizisten und Carabinieri hilfreich unter die Arme: 3.000 Soldaten patrouillieren während der kommenden sechs Monate in neun Großstädten wie Mailand und Rom und an sensiblen Punkten wie Bahnhöfen und Botschaften. Damit löst die Regierung Berlusconi eins ihrer Wahlversprechen für mehr Sicherheit ein. 31 Millionen Euro lässt sie sich das kosten.

In einem halben Jahr will sie die Wirkung prüfen und den Einsatz eventuell verlängern. Während Innenminister Roberto Maroni von der Operation überzeugt ist, sehen Polizeigewerkschaften und die linke Opposition nur Sicherheits-Kosmetik und Geldverschwendung darin. Und sogar Roms postfaschistischer Bürgermeister hat sich Militärs in den historischen Gassen der Ewigen Stadt verbeten.

Die Regierung begründet den Einsatz als Mittel zum Kampf gegen illegale Einwanderung und Terrorismus. Skeptiker fragen sich jedoch, was 3.000 Mann zusätzlich im ganzen Land wirklich ausrichten können. Das sei keine Abschreckung, erklärt ein Passant: Es gebe andere Wege, um die Einhaltung des Gesetzes zu gewähren. Eine andere Passantin meint hingegen, es trage gewiss dazu bei, dass die Leute sich sicherer fühlen. Wichtig sei allerdings, dass die Soldaten nicht zu viel des Guten täten, aber davon gehe sie aus.

Mit Pistole oder Gewehr bewaffnet, dürfen die Soldaten denn auch nur einen Verbrecher festnehmen, wenn sie ihn auf frischer Tat erwischen.