Eilmeldung

Eilmeldung

Trauer um Alexander Solschenizyn: Das "Gewissen Russlands" ist tot

Sie lesen gerade:

Trauer um Alexander Solschenizyn: Das "Gewissen Russlands" ist tot

Schriftgrösse Aa Aa

Der Tod des russischen Literaturnobelpreisträgers Alexander Solschenizyn hat weltweit Bestürzung und Trauer ausgelöst. Solschenizyn war am Sonntag abend im Alter von 89 Jahren gestorben. Todesursache war laut ärztlichem Attest ein “plötzlicher Herzstillstand”. Bei Solschenitzyns Datscha nahe Moskau fanden sich den ganzen Tag über Trauernde ein. Manche hinterließen Blumen, andere wollten nur still des berühmten Schriftstellers gedenken, der vor allem durch die Aufarbeitung des Stalin-Terrors Weltruhm erlangt hatte. “Solschenizyn ist das Gewissen Russlands”, meint ein Mann, “nicht nur ein Bürger sondern wirklich das Gewissen des Landes.”

Solschenizyn selbst zeigte sich allerdings verärgert darüber, dass viele Russen seine Bücher nicht gelesen hatten, obwohl sie seit 1989 umfassend veröffentlicht wurden. “Bis vor kurzem haben Teile der Bevölkerung sein Werk nicht verstanden”, sagt eine Leserin in einer Buchhandlung, “ebensowenig wie seine Rolle in der Geschichte Russlands. Aber in den letzten Jahren wurde seine Bedeutung klar und auch seine Bücher wurden sehr bekannt. Er wollte berichten, was in Russland geschah und er wollte über die Rolle schreiben, die das moderne Russland in der Welt spielt.”

Bei seinen öffentlichen Auftritten erregte Solschenizyn bis zum Schluss großes Aufsehen. Zudem arbeitete er trotz langer Krankheit bis kurz vor seinem Tod an der Herausgabe seines Gesamtwerks in 30 Bänden. Solschenizyn wird am Mittwoch auf dem Friedhof des Moskauer Donskoi-Klosters beigesetzt.