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Frankreich lässt Rote Brigaden-Kämpferin Petrella frei

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Frankreich lässt Rote Brigaden-Kämpferin Petrella frei

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Die frühere italienische Linksextremistin Marina Petrella ist unter Auflagen freigelassen worden. Das entschied ein Gericht im französischen Versailles unter Verweis auf ihren schlechten Gesundheitszustand. Nach Angaben ihrer Anwältin leidet das ehemalige Mitglied der Roten Brigaden an einer lebensbedrohlichen Depression.

Petrella war 1992 in Rom in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden, unter anderem wegen Mordes, Entführung und Beteiligung an Attentaten. Vor einem Jahr wurde sie in Frankreich verhaftet, wo sie 15 Jahre lang Asyl genossen hatte.

Nach Angaben ihrer Ärzte verlor Petrella innerhalb eines Jahres ein Fünftel ihres Gewichts. Sie soll nur noch 35 Kilo wiegen. Für ihre Tochter geht es um Leben und Tod: Ihre Mutter habe ein weiteres Kilo verloren, erklärte Elisa Novelli, die künstliche Ernährung halte die Lebensfunktionen aufrecht, doch sie sei nicht ausreichend. Je mehr Zeit vergehe, desto mehr spitze sich die Lage zu.

Die Roten Brigaden werden für fast 400 Tote in den 70er und 80er Jahren in Italien verantwortlich gemacht. Frankreichs früherer Präsident Francois Mitterand hatte den Linksextremisten Asyl gewährt, wenn sie der Gewalt abschworen. 2004 erklärte Paris dieses Versprechen für ungültig.