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Russland nimmt Abschied von Solschenizyn

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Russland nimmt Abschied von Solschenizyn

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Der am Sonntagabend im Alter von 89 Jahren in Moskau verstorbene Literatur-Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn wird an diesem Dienstag in der Akademie der Wissenschaften in der russischen Hauptstadt aufgebahrt. Die Menschen sollen damit Gelegenheit bekommen, sich von ihm zu verabschieden. Am Mittwoch soll Solschenizyn auf dem Friedhof des Moskauer Donskoi-Klosters beigesetzt werden. Einige von denen, die ihn kannten, suchten bereits am Montag das Haus auf, in dem der Schriftsteller gelebt hatte und hinterliessen Blumen zum letzten Gruß. Die junge Generation hingegen verbindet kaum etwas mit seinem Namen.

Der international bekannte Filmemacher Nikita Michalkow sprach von einem riesigen Verlust. “Sein Werk, das, was Solschenizyn hinterlässt, reicht weit über seine Existenz hinaus. Das, was er uns allen, was er Russland hinterlässt, weist in die Zukunft”, fügte er hinzu. Selbst wenn seine letzten Schriften zur Geschichte des Judentums in Russland und der früheren Sowjetunion umstritten sind, bleibt Solchenizyn ein Schriftsteller von internationalem Rang und eine herausragende Persönlichkeit der zweiten Hälfte des 20.

Jahrhunderts, eines Jahrhunderts der Totalitarismen. Er war der erste, der nicht nur mit dem Terror-Regime Stalins abgerechnet sondern auch gezeigt hat, was die Sowjetunion und die anderen kommunistischen Staaten waren: Straflager, der Archipel Gulag.