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Georgien steuert auf einen Krieg mit der abtrünnigen Region Südossetien zu

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Georgien steuert auf einen Krieg mit der abtrünnigen Region Südossetien zu

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In der Nacht beschoss georgische Artillerie die Konfliktzone. Dabei kamen nach russischen Berichten mindestens 15 Menschen ums Leben.

Georgiens Regierung beschuldigt die südossetischen Separatisten, den kurz zuvor verordneten Waffenstillstand gebrochen zu haben. Darauf habe sie sich gezwungen gesehen, die verfassungsmäßige Ordnung wiederherzustellen. Die georgischen Truppen kesselten inzwischen die südossetische Hauptstadt Zchinvali ein und besetzten nach Regierungsangaben mehrere separatistentreue Dörfer.

Auf Antrag Russlands berief der Weltsicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung zum Thema in den frühen Morgenstunden ein. Russland forderte eine internationale Initiative, da man massives Blutvergießen noch verhindern könne.

Der georgische Präsident Michail Saakaschwili hatte erst gestern einseitig einen Waffenstillstand ausgerufen und Südossetien eine weitreichende, international garantierte Autonomie nach europäischen Standards angeboten. Die Russische Föderation könne dabei die Rolle des Sicherheitsgaranten für die Südossetische Autonome Republik auf georgischem Territorium übernehmen.

Die Südosseten streben aber eine Vereinigung mit dem benachbarten Nordossetien an, das zur Russischen Föderation gehört. Zu ihrer Unterstützung machten sich viele Freiwillige aus Russland und aus Georgiens ebenfalls abtrünniger Autonomer Republik Abchasien auf.

Seit vergangener Woche ist der über Jahre schwelende Konflikt mit neuen Gefechten wieder angefacht worden. Dabei kamen über ein Dutzend Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Ursprünglich wollten beide Seiten an diesem Freitag verhandeln. Die georgische Regierung blieb auch nach der Offensive bei ihrem Gesprächsangebot.