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Südossetiens Kampf für die Unabhängigkeit: Eine Region als Spielball politischer Interessen

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Südossetiens Kampf für die Unabhängigkeit: Eine Region als Spielball politischer Interessen

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Der jahrelange Konflikt um die abtrünnige georgische Teilrepublik Südossetien hat einen blutigen Höhepunkt erreicht. In der Nacht zum Freitag ließ Georgiens Präsident Michail Saakaschwili die Armee mit Flugzeugen und Panzern auf die südossetische Hauptstadt Zchinvali vorrücken – als Reaktion auf Angriffe gegen georgische Dörfer, wie es hieß. Beobachter sind jedoch überzeugt, dass die georgische Regierung den Vorstoß seit längerem plante.

Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu ernsten Zwistigkeiten mit Russland, das Südossetien unterstützt. So etwa im August des Vorjahres, als ein georgisches Dorf nach Angaben aus Tiflis von Russland aus beschossen wurde. Die daraus resultierenden diplomatischen Verstimmungen konnten gerade noch beigelegt werden. Erst im vergangenen Juni eskalierte die Lage erneut, als Georgien mehrere Soldaten der russischen Friedenstruppen festnehmen ließ. Sie hätten unerlaubt Waffen transportiert, hieß es als Begründung. Wieder herrschte diplomatische Eiszeit zwischen Moskau und Tiflis.

Hinter all dem steht der Wunsch Südossetiens nach Unabhängigkeit. Bei einem Referendum im November 2006 sprachen sich 99 Prozent für die Autonomie aus – allerdings waren die georgischen Einwohner Südossetiens an der Teilnahme gehindert worden. Die Regierung in Tiflis erkannte das Ergebnis der Abstimmung nicht an. Sie will Südossetien wieder in Georgien eingliedern und wirft Moskau vor, die Region in Wahrheit nur selbst annektieren zu wollen.