Eilmeldung

Eilmeldung

Putin in Nordossetien – während Tausende Flüchtlinge über die Grenze kommen

Sie lesen gerade:

Putin in Nordossetien – während Tausende Flüchtlinge über die Grenze kommen

Schriftgrösse Aa Aa

Der russische Regierungschef Wladimir Putin ist überraschend nach Nordossetien gereist. Er kam direkt von den olympischen Spielen in Peking. Noch auf dem Flughafen von Wladikawkas – der Hauptstadt der russischen Teilrepublik – sagte er, Georgien such in Südossetien ein “blutiges Abenteuer”. Ferner erklärte er, er wolle sich persönlich um die Flüchtlinge kümmern, die in großer Zahl aus der südossetischen Hauptstadt Zchinwali nach Nordossetien strömen.

Die Flüchtlingslager sind bereits voll, aber je länger die Kämpfe dauern, desto mehr Menschen versuchen aus Zchinwali zu entkommen. Ein Mann erzählt, er könne sich nicht vorstellen zu bleiben: “alle Gasleitungen sind unterbrochen und selbst Trinkwasser gibt es keines mehr.” Russischen Informationen zufolge sind schon jetzt über 30.000 Südosseten in Bussen über die Grenze geflohen. Das wäre fast die Hälfte der Bevölkerung der abtrünnigen Region – und regelmäßig fahren weitere Busse ab.

In der georgischen Hauptstadt Tiflis dagegen beginnt die Flucht erst. Wer es sich leisten kann, steht am Flughafen nach einem Flug ins Ausland an. Eine Frau erzählt von ihren widersprüchlichen Gefühlen: “Mein Mann ist Georgier, meine Mutter lebt in Russland. Ich selbst fühle mich beiden Völkern angehörig.” Das ganze nehme sie sehr mit – am liebsten würde sie einfach alle bitten, diesen Krieg sofort zu stoppen. Viele Ziele gibt es für die Georgier nicht mehr: Alle Flüge Richtung Russland und fast alle in Richtung Europa gestrichen: Einzig die Türkei und die Ukraine werden ab Tiblissi noch angeflogen.