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Staatstrauer um die Stimme eines geschundenen Volkes

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Staatstrauer um die Stimme eines geschundenen Volkes

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Die palästinensische Autonomiebehörde ehrt Mahmud Darwisch mit einem Staatsbegräbnis. Der Lyriker war am Samstag nach einer Herz-Operation in den USA im Alter von 67 Jahren in Houston gestorben. Er soll in Ramallah beigesetzt werden. Darwischs Lebenswerk war von seinem Engagement für einen unabhängigen palästinensischen Staat geprägt.

Palästineserpräsident Mahmud Abbas ordnete eine dreitägige Staatstrauer an: “Der Tod unseres großen Schriftstellers, Mahmoud Darwisch, der Palästina liebte, dieses Pioniers der modernen palästinensischen Kultur und dieses brillianten nationalen Führers, wird eine große Lücke in unserem politischem, kulturellem und nationalem Leben hinterlassen”, würdigte Abbas das Lebenswerk Darwischs.

Darwisch galt als einer der herausragendsten Dichter in der arabischen Welt und als die poetische Stimme seines geschundenen Volkes.

“Er verkörperte den Schmerz und die Erfahrungen der Palästinenser, seit der Nakba, der Katastrophe von 1948, als er ein Kind war, bis zur Spaltung von 2006, die sein Herz brach. Möge sein Tod die Palästinenser Einheit lehren”, würdigte ihn der Schriftsteller Ahmed Hamadan.

Darwish war ein gleichermassen scharfe Kritiker sowohl der israelischen Politik als auch der palästinensischen Führung. 2003 wurde er mit dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet.

Seine Werke wurden in 30 Sprachen übersetzt. Auf Deutsch sind von ihm mehrere Lyrik-Bände erschienen, darunter “Wo du warst und wo du bist” (2004) und “Belagerungszustand” (2006).