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Flüchtlingselend im Kaukasus: UNO befürchtet humanitäre Katastrophe

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Flüchtlingselend im Kaukasus: UNO befürchtet humanitäre Katastrophe

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Die Lage der Flüchtlinge in den Krisenregionen im Südkaukasus ist nach wie vor verzweifelt. Nach Schätzungen der UNO sind fast 120.000 Menschen auf der Flucht. Zehntausende Georgier aus Südossetien brachen in die Hauptstadt Tiflis auf, um dort Schutz zu finden. “Die Nacht war ruhig”, berichtet eine Frau, “aber wir haben trotzdem beschlossen, zu gehen.” – “Und wie verhalten sich die Russen?”, fragt der Reporter und sie erwidert: “Friedlich, wenigstens bis jetzt.”

Zu Fuß, mit Bussen oder mit dem Auto machen sich die Menschen auf den Weg in die georgische Hauptstadt. Dort werden sie in Schulen oder Kindergärten untergebracht, oder auch in eilig errichteten Zeltlagern. Nach Angaben der georgischen Regierung fanden bislang rund 60.000 Menschen in Tiflis Unterschlupf.

In Südossetien selbst herrscht vielfach Chaos. Russische Truppen sind laut Augenzeugen nach wie vor in vielen Städten präsent, immer wieder wird von Plünderungen berichtet. Zwar treffen Hilfsgüter aus aller Welt in Georgien ein, aber vielfach haben die Helfer keinen Zugang zu den Notleidenden. In der ausgebombten südossetischen Hauptstadt Zchinwali warten Tausende Menschen auf Hilfe. Die russischen Soldaten lassen nur die notwendigsten Lieferungen durch und die UNO warnte bereits vor einer humanitären Katastrophe.

Angespannt ist die Lage auch im russischen Nordossetien, wohin rund 30.000 Menschen flohen. “Über uns flogen Kampfflugzeuge und als wir aus der Stadt liefen, wurde Zchinwali bombardiert”, berichtet eine Betroffene. “Es gab immer wieder schreckliche Explosionen, der Krach der Flieger und der Bomben war unbeschreiblich und die Kinder hatten Angst und weinten.” Dutzende Flüchtlinge wurden in einem ehemaligen Kloster untergebracht, das nach der Geiselnahme von Beslan zu einem Rehabilitationszentrum umgestaltet worden war. An der Finanzierung hatte sich auch Deutschland beteiligt.