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Russland reagiert scharf auf Raketenabwehrvertrag

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Russland reagiert scharf auf Raketenabwehrvertrag

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Polen und die USA haben den Vertrag über die amerikanische Raketenabwehr unterzeichnet. Zu diesem Abwehrsystem gehören die zehn Abfangraketen, die in Polen stationiert werden, sowie eine Radaranlage in Tschechien. Dort hat die Regierung schon vor einiger Zeit zugestimmt.

Die geplante Raketenabwehr trifft auf wütende Kritik aus Russland, das sie als Provokation ansieht – auch wenn die USA bestreiten, dass sie gegen Russland gerichtet sei.

Das sei doch nur ein Vorwand, sagt Wjatscheslaw Nikonow, ein Politikwissenschaftler an der kremlnahen Politika-Stiftung. Das ganze amerikanische Gerede, wonach Europa vor dem Atomprogramm des Iran geschützt werden solle. Offensichtlich sei es eine Reaktion auf das russische Vorgehen in Südossetien. Das beweise, dass das Ziel aller Bestandteile dieser Abwehr Russland sei.

2015 soll das System einsatzbereit sein. Im Gegenzug für die Zustimmung liefern die USA auch Raketen zur Fliegerabwehr nach Polen. Außerdem helfen sie bei der Modernisierung der Armee und versprechen Beistand bei einem Angriff.

Die Parlamente müssen noch zustimmen. Das gilt in Polen als sicher; die tschechische Regierung muss sich dafür noch eine Mehrheit suchen.