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Nach Madrider Flugzeugunglück: Identifizierung der Opfer dauert an

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Nach Madrider Flugzeugunglück: Identifizierung der Opfer dauert an

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Zwei Tage nach dem Madrider Flugzeugunglück schwillt bei den Angehörigen die Wut. Einige werfen der Spanair vor, Informationen zurückzuhalten. Die Pilotengewerkschaft hatte sich mehrfach über das Organisationschaos bei der Airline beschwert. Der Chef der Gewerkschaft, selbst ein Spanair-Pilot, verwahrte sich dagegen, das Unglück auf finanzielle Probleme zurückzuführen.

Javier Nunez hat zwei Kinder und einen Enkel verloren. “Die lügen mich an”, ruft er, “Drei Menschen habe ich verloren, ich will nur eins: sie zurück. Ich will keine Politiker an meiner Seite, ich will eine Erklärung – wenn die Airline das Unglück schon nicht verhindern konnte!”

Politiker kamen dennoch: Vize-Regierungschefin Maria Teresa Vernandez de la Vega sicherte den Angehörigen eine umfassende Aufklärung zu. Kronprinz und Prinzessin besuchten einige der 19 Überlebenden. Deren Zustand sei stabil, so die Ärzte.

Im westspanischen Salamanca trugen Hinterbliebene einen 21-Jährigen zu Grabe. Eines von 153 Opfern. Für den 1. September hat der Bürgermeister der spanischen Hauptstadt eine Trauerfeier in der Kathedrale La Almudena angekündigt.

Viele Tote sind noch immer nicht identifiziert. Mehr als 100 sind so sehr verbrannt, dass nur eine DNA-Analyse Aufschluss geben kann. Unter den Toten befürchtet das Auswärtige Amt nach korrigierten Informationen aus Spanien ein fünftes deutsches Opfer.