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Georgien übt Normalität

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Georgien übt Normalität

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Tag eins nach dem Abzug der russischen Armee aus grossen Teilen Georgiens. In Senaki, einem wichtigen georgischen Militärstützpunkt, flattert wieder die georgische Fahne.

Auch die Stadt Gori übt zivile Normalität – obwohl offenbar russische Verbände weiterhin in der Nähe der Stadt 60 Kilometer vor Tiflis stationiert bleiben sollen. Noch sind die Folgen der militärischen Auseinandersetzung um die abtrünnigen Gebiete Südossetien und Abchasien nicht völlig abzuschätzen.

In Gori fehlen nach zwei Wochen russischer Besetzung vor allem noch ein paar zehntausend Flüchtlinge, die sich nach Tiflis in Sicherheit gebracht hatten. Die Stadtverwaltung von Tiflis hat angekündigt, ihre Rückführung zu organisieren.

Die Bevölkerung beobachtet die russischen Truppenbewegungen eher mißtrauisch. Ein alter Mann: “Von meinem Dorf Kurta ist nichts übriggeblieben. Alles plattgemacht. Ausserdem heisst es, Kurta soll russisch werden. Das macht mir grosse Sorgen.”

Ein jüngerer Georgier: “Vorrangig ist jetzt, dass wir in all den Dörfern die Kontrolle wiedererlangen, die vorher zu unserem Rechtsgebiet gehört haben. Die bewohner sollen zurückkehren und aufbauen können, was zerstört wurde.”

Inzwischen kontrollieren georgische Truppen wieder die Autobahn S-1, die den Osten mit dem Westen des Landes verbindet. Minenräumer sind im Einsatz.