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Gewalt und politische Unsicherheit in Pakistan

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Gewalt und politische Unsicherheit in Pakistan

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In Pakistan reißt die Spirale der Gewalt nicht ab. Bei Kämpfen im Nordwesten des Landes töteten Regierungstruppen 35 Freischärler.

In der gleichen Gegend – dem Swat-Tal -waren zuvor acht Polizisten einem Selbstmordattentat zum Opfer gefallen. 30 Menschen sind verletzt. Der Attentäter hatte ein mit Sprengstoff beladenes Auto in eine Polizeistation gelenkt.

Seit einem Jahr versuchen Anhänger des radikalen Predigers Maulan Fazlullah, das 150 Kilometer von Islambad entfernte Swat-Tal nahe der Stadt Mingora unter die Kontrolle der radikal-islamischen Taliban zu bringen.

Von der Regierung wird verlangt, eine Vereinbarung vom Mai umzusetzen: Danach sollten sich die Truppen zurückziehen und teilweise islamisches Recht eingewführt werden. Am Donnerstag waren bei Selbstmordanschlägen vor einer Waffenfabrik im Nordwesten mindestens 78 Menschen getötet worden. Der Zustand von einigen der über 100 Verletzten ist weiter kritisch.

Die Gewalt trifft Pakistan in einer Phase politscher Unsicherheit: Nach dem Rücktritt von Pervez Musharraf am Montag soll in Pakistan am 6. September ein neuer Präsident gewählt werden. Musharraf war auf Druck der Parlamentsmehrheit nach rund neun Jahren im Amt zurückgetreten.

An Musharrafs Nachfolge droht die fragile Regierungskoalition aus Pakistanischer Volkspartei (PPP) und der Muslim-Liga (PML-N) zu zerbrechen. Für die Partei PPP kandidiert der Witwer der ermordeten pakistanischen Oppositionspolitikerin Benazir Bhutto, Asif Ali Zardari. Gewalt und poltische Unsicherheit lähmen inzwischen auch die pakistanische Wirtschaft.