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Europaweiter Alarm nach Störfall in belgischem Atomforschungsinstitut

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Europaweiter Alarm nach Störfall in belgischem Atomforschungsinstitut

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Im Umkreis eines Atomforschungsinstituts in Belgien sollen die Einwohner kein Obst und Gemüse aus lokalem Anbau verzehren. Vier Tage nach einem Zwischenfall in dem Institut wurde in der vergangenen Nacht auch ein europaweiter Alarm ausgelöst. Die belgische Atomaufsichtsbehörde hatte zuvor in der Umgebung der Anlage erhöhte Jod-Werte festgestellt. An der Grenze des Geländes betrage die Dosis für eine angenommene Person ein Zehntel der erlaubten Jahresdosis, hieß es.

Am vergangenen Montag waren aus der Anlage – 50 Kilometer südlich von Brüssel – geringe Mengen von radioaktivem Jod entwichen. Dies wurde offiziell als ein “ernster Störfall” klassifiziert; das ist die dritte von sieben Stufen der international gebäuchlichen Skala.

Die Atomaufsicht legte die Anlage am Dienstag still. Verschmutzung gebe es doch immer, jeden Tag, sagte ein Einwohner von Fleurus. Aber den Empfehlungen will er Folge leisten, und zwar ganz genau. Anfangs habe noch alles ganz harmlos ausgesehen, sagte ein anderer, aber nun? Nein, unter Druck fühle er sich noch nicht, aber er werde die Enwicklung aufmerksam verfolgen.

In dem Institut werden radioaktive Stoffe für die Medizin hergestellt. Da mehrere ähnliche Produktionsstätten in anderen Ländern derzeit stillliegen, drohen nach Meinung von Experten Lieferengpässe für diese Produkte.