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Karadzic verweigert vor UN-Tribunal erneut die Aussage

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Karadzic verweigert vor UN-Tribunal erneut die Aussage

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Bei der zweiten Anhörung vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag am Freitag hat der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic es abgelehnt, sich schuldig oder nicht schuldig zu bekennen. Dies gilt automatisch als Unschuldserklärung. Auf die Frage von Richter Iain Bonomy: “schuldig oder nicht schuldig” erwiderte Karadzic: “In Einklang mit meinen bisherigen Äußerungen verweigere ich die Aussage.” Bonomy legte daher “nicht schuldig” fest. Das bedeutet, dass es zum Prozess gegen Karadzic kommt, in dessen Verlauf die Staatsanwaltschaft ihre Vorwürfe beweisen muss.

Karadzic gilt als Hauptverantwortlicher für das Massaker von Srebrenica 1995, bei dem in der UN-Schutzzone innerhalb einer Woche rund 8.000 bosnische Moslems getötet wurden. Außerdem soll Karadzic die Errichtung von Hunderten Konzentrations- und Internierungslagern befohlen haben. In diesen Lagern, etwa in Keraterm, seien mehr als 200.000 Zivilisten inhaftiert worden, heißt es, bis zu 30.000 Menschen wurden ermordet. Und auch die Belagerung von Sarajevo wird Karadzic zur Last gelegt. 44 Monate lang belagerten und beschossen die Streitkräfte der Bosnischen Serben die Stadt. Tausende Zivilisten starben, die Überlebenden fanden sich in einem Klima des Terrors wieder, in dem jeder Tag zu einem Kampf ums Dasein wurde.