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Italien entschädigt Libyen für Kolonialzeit

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Italien entschädigt Libyen für Kolonialzeit

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Italien wird Libyen für die Kolonialherrschaft entschädigen – mit Leistungen im Umfang von fast dreieinhalb Milliarden Euro. Dies vereinbarten Ministerpräsident Silvio Berlusconi und Libyens Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi bei einem Treffen in Bengasi.

Das Geld soll über die kommenden 25 Jahre gezahlt werden, in Form von Investitionen in die Infrastruktur des nordafrikanischen Landes. Unter anderem soll eine Küstenautobahn quer durch Libyen gebaut werden, von Tunesien nach Ägypten. Italien erwartet politische Ggenleistungen im Kampf gegen Terrorismus und illegale Einwanderung.

Berlusconi erklärte, Italien erkenne die Schäden, die es Libyen in der Kolonialzeit zugefügt hat, vollständig an, auch auf moralischer Ebene. Libyen wurde vom faschistischen Italien unter Mussolini 1934 zur Kolonie erklärt. Schon 1911 hatten italienische Truppen das Gebiet erobert. Im Zweiten Weltkrieg kämpften sie dort gemeinsam mit dem deutschen Afrikakorps gegen Verbände der Westalliierten. 1951 wurde das Land schließlich unter der Regie der Vereinten Nationen in die Unabhängigkeit entlassen