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Brown versucht den britischen Immobilienmarkt zu retten – oder sich selbst?

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Brown versucht den britischen Immobilienmarkt zu retten – oder sich selbst?

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Der britischen Premierminister Gordon Brown als Immobilien-Makler: Bei der Besichtigung eines Hauses, das der – “sozial schwache” – Käufer mit einer fast 50-Prozentigen Regierungsbeteiligung erworben hat, präsentierte Brown nun eine Reihe Maßnahmen, die den darbenden Immobilienmarkt wiederbeleben sollen. Wer ein Haus von unter umgerechnet 160.000 Euro kauft soll künftig keine Steuern mehr darauf zahlen müssen. Über eine Milliarde Euro will die Regierung zudem Hauskäufern zur Verfügung stellen, die Schwierigkeiten mit ihren Kredit-Rückzahlungen habe.

Doch ist in Großbritannien nicht nur der Immobilien-Sektor in der Krise, sondern auch die Regierung. In Umfragen liegt sie bis zu 15 Prozent hinter der Opposition. Und deren Vertreter verurteilen den Plan als zynisches Manöver, sich beliebt zu machen. Grant Shaps Wohnungsbau-Schattenminister der oppositionellen Tories sagt, die Regierung denke nur an sich selbst und nicht an leidenden Hausbesitzer. Der liberaldemokratische Finanz-Politiker Lord Matthew Oakeshott fügt hinzu, Brown wolle lediglich seine politische Haut retten.

Lange war der Immobilienmarkt die Lokomotive der britischen Wirtschaft. Doch die Preise sind seit Jahresbeginn um über 10 Prozent gefallen, die Zahl bewilligter Hypotheken sank auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Nun zieht der Immobiliensektor die Wirtschaft mit in die Tiefe – Experten zufolge droht eine Rezession.