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Vorsichtige Aufklärung der Verbrechen der Franco-Diktatur

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Vorsichtige Aufklärung der Verbrechen der Franco-Diktatur

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Nach langem Schweigen sollen in Spanien die Verbrechen der Franco-Diktatur aufgeklärt werden. Ermittlungsrichter Baltasar Garzón ordnete an, dass zum ersten Mal eine zentrale und komplette Liste der Opfer angefertigt werden soll,von denen viele in Massengräbern beerdigt sind. Schätzungen nach sind im Bürgerkrieg und in den ersten Jahren der Diktatur mehr als 100 000 Regimegegner getötet worden – und der Dikator selbst ruht friedlich in seinem Grabmonument. Nun sollen die zuständigen Lokal-Behörden und Kirchenregister Informationen über die Opfern zusammentragen.

Dem konservativen Oppositionsführer Mariano Rajo geht das gegen den Strich: Als in den 70er-Jahre -, nach dem Tod Francisco Francos – eine neue Verfassung beschlossen wurde, habe man sich geeinigt, die Wunden der Vergangenheit nicht mehr zu öffnen. Doch sind diese ohnehin nicht verheilt – und der Diktators spaltet auch heute noch die spanische Gesellschaft.

Der Großvater des sozialistischen Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero wurde im Bürgerkrieg von Francos Truppen exekutiert, während der Großvater seines konservativen Vorgängers José María Aznar für eben diese Truppen kämpfte. Wie vielen Spaniern ist beiden die Familiengeschichte Quelle ihres politischen Engagements.