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Piraten des 21. Jahrhunderts - was tun dagegen?

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Piraten des 21. Jahrhunderts - was tun dagegen?

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Im französischen Krisen-Interventions-Zentrum, spezialisiert auf Piratenüberfälle, herrscht wieder Hochbetrieb. Erst gestern haben Piraten wieder eine französische Segeljacht aufgebracht. Im Augenblick werden allein an der somalischen Küste mindestens 6 gekaperte Schiffe und 130 Mann Besatzung festgehalten.

Anders als zu Zeiten des Ostsee-freibeuters Störtebecker gelten heute diese Küstengebiete als besonders gefährlich. Die meisten Überfälle gab es in jüngster Zeit im Golf von Aden und vor der Küste Somalias.

Eric Chevalier vom französischen Außenministerium verweist darauf, daß die Piraten sich zumeist nach dem Überfall sich in küstennahe Gewässer bzw. an Land zurückziehen.
Er spricht über die Schwieigkeiten, sie auch an Land zu verfolgen – besonders in Somalien, wo es seit Jahrzehnten keine stabile Staatsgewalt mehr gibt. Und er verweist auf eine Resolution des UN-Sicherheitsrates – jüngeren Datums – die das erleichert.

Für Frankreich ist das UN-Votum wichtig, um diese Aktion für rechtens zu erklären.
Französische Kriegsschiffe und Spezialeinheiten hatten nämlich Piraten bis in somalische Hoheitsgewässer verfolgt und dort festgenommen.

Auch wenn eigentlich laut Völkerrecht niemand in fremde Gewässer eindringen darf –
die Sicherheitsrats-Resolution paßt gewissermaßen das Völkerrecht einer neuen Situation an.

Der französische Armeesprecher erklärt das heutige Piratenprinzip:
Schnell mit der Beute ins sichere Versteck und von dort aus mit dem Schiffseigener über Lösegeld verhandeln – dagegen hilft nur internationale Zusammenarbeit.
Auch die deutsche Bundesmarine hat schon Schiffen in piratengefährdeten Gewässern Geleitschutz gegeben.

Piraterie gibt es, seitdem es Seefahrt gibt. Immer wenn lohnende Beute dort vorbeifährt, wo keine Staatsmacht Handel un Tourismus wirksam vor der Gewalt-Kriminalität der Piraten schützt. Und wenn Piraterie für die dortigen Küstenbewohner lohnend erscheint.

Staaten, denen Schiffe und Bürger zur bevorzugten Beute gehören, machen ihre Spezialeinheiten für den Kampf gegen Piraten fit.

Damit die nicht von neuen Lösegeld-Millionen noch modernere Kaperboote und Waffen anschaffen können.