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Öl and Armut: Wahlen in Angola

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Öl and Armut: Wahlen in Angola

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Zum ersten Mal seit 16 Jahren wird in Angola heute und Morgen ein neues Parlament gewählt. Es gilt als sicher, dass die MPLA des seit fast 30 Jahren regierenden Präsidenten José Eduardo dos Santos eine große Mehrheit erringen wird – auch wenn die Bevölkerung Angolas so gut wie gar nicht von dem Öl-Boom profitiert, der seit dem Ende des Bürgerkriegs vor sechs Jahren einen unermesslichen Reichtum ins Land schwemmt.

Die wichtigste Oppositionspartei ist die UNITA. Der Tod ihres Gründers Jonas Savimbi führte 2002 zu einem Waffenstillstand zwischen MPLA und UNITA – die beide damals bewaffnete Bürgerkriegsarmeen waren. Damit ging in Angola einer der längsten Stellvertreterkriege zwischen den USA und der Sowjetunion, mit einer halben Million Toten zu Ende. Beide Gruppen wurden zu politischen Parteien.

Der Sprecher der Wahlkommission will glauben, dass nun alles so gut organisiert ist, dass beide Parteien die Regeln respektieren werden; Wahlbetrug sei ausgeschlossen. Dass aber muss sich noch zeigen – denn das Land gilt als notorisch korrupt. Und das ist auch der Hauptgrund, warum die meisten Angolaner weiter arm sind – obwohl ihr Land zum größten Öl-Exporteur Afrikas geworden ist.