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Zardari: Neuer Präsident Pakistans mit umstrittener Vergangenheit

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Zardari: Neuer Präsident Pakistans mit umstrittener Vergangenheit

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Mit Asif Ali Zardari steht künftig ein Mann an der Spitze der Atommacht Pakistan, der nicht weniger umstritten ist als sein Vorgänger Pervez Musharraf. An der Seite seiner Frau Benazir Bhutto betrat Zardari die politische Bühne. Und spielte eine oft unrühmliche Rolle.

Als sie 1990 als Premierministerin entmachtet wird, muss er erstmals hinter Gitter, der Vorwurf: Erpressung. In der zweiten Regierung Bhutto wird er Minister. Weil er sich vor allem für das Familienvermögen einsetzt, nennt ihn das Volk “Mister zehn Prozent”. Erst kürzlich gab die Schweiz eingefrorene Bhutto-Konten wieder frei.

1996 muss Bhutto die Macht wieder abgeben. Und Zardari wieder ins Gefängnis, auch wegen Mordverdachts. Rechtskräftig verurteilt wurde er nie. An der Seite seiner populären Frau kehrt er im vergangenen Jahr aus dem Exil heim. Den Amnestie-Deal mit Musharraf bezahlt Benazir Bhutto mit dem Leben. Der genaue Hergang des Attentats in Rawalpindi ist noch immer ungeklärt.

Drei Tage später übernimmt Sohn Bilawal die Führung der Volkspartei. Bei der Parlamentswahl darf Zardari wegen laufender Ermittlungen nicht antreten. Der Sieg der Volkspartei sichert ihm dennoch die Fäden der Macht. Nun gehört sie ihm ganz. Musharrafs ausgeweitete Machtposition will der 52-Jährige Zardari ebenso uneingeschränkt übernehmen wie dessen unpopuläre Allianz mit Washington.