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Kairo: Bewohner der verschütteten Siedlung richten schwere Vorwürfe gegen Behörden

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Kairo: Bewohner der verschütteten Siedlung richten schwere Vorwürfe gegen Behörden

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Einen Tag nach dem Felssturz bei Kairo haben Rettungskräfte und Angehörige die Suche nach Überlebenden fortgesetzt. Vom Mokattam-Hügel waren riesige Felsbrocken auf eine Armensiedlung gefallen. Rund 35 Häuser und ebenso viele Hütten wurden unter den Gesteinsmassen begraben. Nach Medienberichten wurden bislang 30 Leichen geborgen; möglicherweise aber geht die Zahl der Todesopfer in die Hunderte. Die Wut der Bewohner des Viertels auf die Behörden wächst. Die Bergungsarbeiten gingen viel zu schleppend voran, so der Vorwurf an die Einsatzkräfte. “Da sind noch immer Menschen unter den Felsbrocken begraben”, sagt ein Mann, “aber von den Behörden ist niemand da. Sie haben versprochen, Spezialisten zu Hilfe zu holen, aber niemand ist gekommen.”

Tatsächlich gehen die Rettungsarbeiten nur langsam voran, da es zu wenig Kräne und Bagger gibt. Polizisten, die zum Unglücksort kamen, wurden von erbosten Bewohnern mit Steinen beworfen. “Die Leute hätten umgesiedelt werden müssen”, beklagt ein Betroffener. “Wir machen die Regierung verantwortlich. Das Blut von Ägyptern ist nícht billig…” Der Gouverneur von Kairo erklärte, wegen der Steinschlaggefahr habe man den Bewohnern der Siedlung schon vor längerer Zeit alternative Wohnungen angeboten, aber nur wenige hätten das Angebot angenommen.