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Sprachenstreit in Belgien beeinflusst auch traditionsreiche Gordel-Fahrt

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Sprachenstreit in Belgien beeinflusst auch traditionsreiche Gordel-Fahrt

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Hoch zu Drahtesel sind in Brüssel mehrere tausend Flamen in den Kulturkampf gezogen: Bei der traditionellen “Gordel”-Fahrt sollte zum 28. Mal der flämische Charakter des Hauptstadt-Gürtels erfahren werden. Die Organisatoren erwarteten 70.000 Teilnehmer – doch der Dauerregen hielt viele fern. Die Gordel-Fahrt sei immer ein sportliches Ereignis mit flämischem Touch gewesen, so der Ministerpräsident Flanderns, er hoffe auf einen Dialog mit den Frankophonen. In der zweisprachigen Hauptstadt wird mehrheitlich französisch gesprochen. Im Umland leben vor allem Flamen, der Zuzug Anderssprachiger führt zu Spannungen. Wegen der nicht nur von radikalen Flamen geforderten Aufspaltung des Hauptstadt-Wahlkreises tritt die Regierung auf der Stelle.

Auf der Stelle liegen blieben auch in diesem Jahr einige Teilnehmer, weil protestierende Wallonen Reißzwecken gestreut hatten. Andere verfuhren sich wegen verdrehter Wegweiser. Erstmals organisierten die Wallonen eine kleine Gegen-Fahrt, die Hosenträger-Tour.

Die Gordel-Fahrt sei ein politisches Ereignis, sagt ein Brüsseler Abgeordneter, man sehe sich nur die Konzentration der politischen Würdenträger an. Und eine Wallonin ruft auf gegen Abspaltung und Abschottung, Brüssel sei die Hauptstadt Europas und wolle das bleiben, deswegen müsse man multikulturell sein und Andere akzeptieren. Die Polizei mobilisierte zahlreiche Beamte entlang der 100 Kilometer langen Route. Zu Ausschreitungen kam es aber nicht.