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Georgier glauben nicht recht an Frieden im Südkaukasus

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Georgier glauben nicht recht an Frieden im Südkaukasus

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Noch sind die russischen Truppen im georgischen Kerngebiet stationiert – aber in einem Monat sollen sie laut dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew abziehen. An ihrer Stelle werden 200 EU-Beobachter in den Pufferzonen um die abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien stationiert, die Russland als eigenständige Staaten anerkannt hat. Moskau bereitet bereits die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor. Außenminister Sergej Lawrow erklärte nach einem Treffen mit seiner österreichischen Kollegin Ursula Plassnik, russische Truppen würden in Abchasien und Südossetien bleiben, um die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren. Vertreter der Provinzen sollten auch an den Friedensgesprächen Mitte Oktober in Genf teilnehmen.

Die Georgier trauen dem Frieden allerdings nicht recht. Viele Menschen in der Hauptstadt Tiflis glauben nicht an einen baldigen Abzug der Russen. “Ich denke nicht, dass sie abziehen”, meint eine Passantin. “Sie haben so viel militärisches Gerät in die Region gebracht. Ich habe wenig Hoffnung.” Teile der georgischen Opposition haben erstmals den Rücktritt von Präsident Michail Saakaschwili gefordert, da er eigenmächtig die Bombardierung Zchinwalis beschlossen habe.