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Suche nach der "Weltformel" mit weltgrößter Wissenschaftsmaschine

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Suche nach der "Weltformel" mit weltgrößter Wissenschaftsmaschine

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In der Nähe von Genf nimmt morgen die größte Forschungsmaschine der Welt den Betrieb auf.
Erdacht und gebaut vom CERN, den “Europäischen Laboratorium für Teilchenphysik”.
Dort betreiben rund 7.000 Wissenschaftler aus 80 Ländern Grundlagenforschung.

Um zu erkennen, “was die Welt im Innersten zusammenhält” wollen sie für einen winzigen Moment eine Situation schaffen wie kurz nach der Entstehung des Universums – nach dem “Urknall” vor mehr als 13 Milliarden Jahren.

Lyn Evans leitet dieses Projekt.
Er spricht von einer “gewaltigen ingenieur-technischen, wissenschaftlichen Leistung,” vom
“ größten je auf der Welt angegangenen Wissenschaftsprojekt.”

Und so läuft es ab:
In einem kreisförmigen 27 Kilometer langen und vier Meter hohen Tunnel im schweizerisch-französischen Grenzgebiet werden die kleinsten Bestandteile der Materie bei einer Temperatur von minus 271 Grad fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt.
Stoßen sie zusammen, werden neue Teilchen und Energie erzeugt.
Dabei entstehen Temperaturen wie im Augenblick nach dem Urknall.
Die Wissenschaftler werden also erstmals einen Blick zurück auf diesen entscheidenden Moment des Universums werfen können.
Die Wissenschaftler gehen heute davon aus, daß im Universum mehr Masse existieren muß als wir sehen können.

“Die wichtigste Frage ist die nach der fehlenden Masse”, erklärt Projektleiter Evans.
“Wir können nur 4 Prozent von unserem Universum sehen – 96 Prozent sind uns ein Geheimnis. Wir hoffen, diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen.”

Diese wissenschaftlich aufwendige Suche nach der “Weltformel” hat natürlich auch Zweifler und Gegner auf den Plan gerufen.
Ängstliche Anwohner haben vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein Verbot dieser Forschungen zu erzwingen versucht,
weil sie sich vor “schwarzen Löchern” fürchten.

Die Klage wurde abgewiesen.
Die “schwarzen Löcher”, die Materie anziehen, um selber zu wachsen, werden bei diesem Versuch viel zu klein sein und sich außerdem sofort wieder auflösen. Bei jeder Teilchenkollusion entsteht nicht mehr Energie als beim Zusammenstoß von zwei Mücken.

Außerdem wird hier nur nachgestellt, was in der Natur ständig stattfindet, wenn die Erde im Weltraum auf hochenergetische kosmische Strahlung stößt.

Nur kann das eben niemand messen.

Ergebnisse sind erst in mehreren Jahren zu erwarten.