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Wie funktioniert der Teilchenbeschleuniger?

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Wie funktioniert der Teilchenbeschleuniger?

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Mit nahezu Lichtgeschwindigkeit sollen Wasserstoffkerne (Protonen) und andere Atomkerne in dem Ringtunnel gezielt zusammenstoßen, um die Bedingungen des Urknalls nachzustellen und die Geheimnisse der Materie zu erforschen.

Vor dem Zusammenstoß werden die Teilchen dazu in einer 27 Kilometer langen und 4 Meter hohen Kreisbahn, einhundert Meter unter dem französisch-schweizerischen Grenzgebiet beschleunigt. Bei einer Temperatur von minus 271 Grad Celsius, nahe dem absoluten Nullpunkt, sollen die Wasserstoffkerne fast Lichtgeschwindigkeit erreichen. Beim Zusammenprall werden neue Teilchen und Energie erzeugt. Und möglicherweise winzige schwarze Löcher.

Die Wissenschaftler wollen so jene 95 Prozent des Kosmos erforschen, die noch unbekannt sind – und unsichtbar. Der “Large Hadron Collider” soll ein “Fenster ins dunkle Universum öffnen”, wie es der designierte CERN-Chef Rolf-Dieter Heuer nennt. Für ihn ist die Zusammenarbeit vieler Tausender Wissenschaftler aus der halben Welt nicht nur ein physikalisches Experiment. Für die Anwohner gibt es noch eine Schonfrist: Zunächst wollen die Forscher testen, ob die riesigen Elektromagnete den Teilchenstrahl auf der Bahn halten. Erst dann wird geschossen.