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Keine Bank ist mehr zu groß zum Scheitern

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Keine Bank ist mehr zu groß zum Scheitern

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Am “schwarze Montag” war Schluß für das vor 150 Jahren von den deutschen Gebrüdern Lehmann gegründeten Bankhaus. Zuletzt hatte die börsennotierte Investmentbank milliardenschwere Verluste angehäuft. Nun also Insovenzantrag. Die einen reden von “Dominoeffekt”, andere von Managementfehlern

Analyst Rudy de Groodt erinnert an die Rettungsoperation für Bear&Stearns bei der Übernahme durch JP Morgan. Das habe noch die US-Zenralbank eingefädelt. Aber mit dem jetzigen NEIN der Behörden sei niemand mehr zu groß, um nicht pleite gehen zu können. Das sei die eigentliche Überraschung.

Im März stand “Bear&Stearns” vor der Pleite. Zamit war die Krise um die faulen kredite in der Herzkammer des amerikanischen Finanzsystems angekommen. Die Zentralbank als Retter in der Not subventionierte mit 29 Milliarden Dollar die Übernahme durch JP Morgan.

Von einst 150 Dollar waren die “Bears&Stearns”Aktien auf 2 Dollar abgestürzt
Die Schockwellen der Immobilienkrise erschütterten die Finanzmärkte rund um den Globus.

“Ich denke, viele Firmen haben versucht, ihre wahren Zahlen zu verschleiern”,
meint dieser Börsenangestellte. “Jetzt kommt es ans Licht. Die Krise der faulen Kredite betrifft eben doch mehr Leute als gedacht.”

Sie betrifft über die beiden größten Hypotkenbanken Fannie Mae und Freddie Mac fast zwei Drittel der in den USA abzuzahlenden Hypotheken!

Da konnte die “Federal reserve”, Amerikas Zentralbank, nicht mehr auf die Selbstheilungskräfte des Markes warten, die man sonst in Amerika heilig hält. Mitt 200 Milliarden Dollar wurde der Zusammenbruch des Hypothekensystems verhindert.

Für Neil Weinberg vom “Forbes Magazine” ist die Kombination von privaten und staatlichen Rettungsversuchen wie bei Freddie und Fannie noch schlimmer als wenn jede Seite einzeln riskante Operationen startet.

Also wird angesichts der nicht enden wollenden Bankenkrise darüber diskutiert, wie die Marktwirtschaft ihr Gleichgewicht wiederfindet zwischen den Kräften des Marktes und regulierenden Eingriffen.

Selbst Amerikas Präsidentschaftskandidaten müssen sich nun dazu äußern,
auch wenn sie im Grunde nichts machen können.