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Zipi Livni vor schwieriger Regierungsbildung

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Zipi Livni vor schwieriger Regierungsbildung

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Nach ihrer knappen Wahl zur Chefin der israelischen Kadima-Partei steht Zipi Livni nun ein schwierige Regierungsbildung bevor. Vor ihrem Haus in Tel Aviv sagte sie, dass Land sei mit “erheblichen Bedrohungen” konfrontiert, sie wolle daher schnell ein stabiles Kabinett bilden. Morgen schon solle es erste Kontakte mit anderen Fraktionen geben.

Zeitungen in Jerusalem aber sagten schon Neuwahlen voraus, weil Livni keine Mehrheit im Parlament finden werde. Auch bei vielen Israelis mischt sich Hoffnung und Skepsis: Sie hoffe nur, dass Zipi Livni stark genug für die kommenden Aufgaben sein wird, sagt Rachel Azari, “das sind keine einfachen Aufgaben und als Frau ist das noch viel schwieriger!”

Viele Orthodoxe Juden und Bewohner der Siedlungen im Westjordanland fürchten aber, dass Livni in den Verhandlungen mit den Palästinensern zu viele Zugeständnisse machen wird. Rafi Kaplan ist einer von ihnen. Er erklärt, er sei sehr enttäuscht über Zipi Livnis Wahl. In letzter Zeit habe sie völlig Falsche Ankündigungen gemacht. “Wir fürchten, dass Israel schwächer sein wird. Und ich denke, dass wir uns viel Sorgen machen müssen, um unsere Wohnungen hier, um unsere Kolonie, aber auch um den ganzen Staat Israel.”

Die Urwahl war notwendig geworden, nachdem Ministerpräsident Ehud Olmert im Sommer seinen Rückzug vom Parteivorsitz angekündigt hatte. Angesichts massiver Korruptionsvorwürfe hatte er aufgegeben. Bis Livni eine neue Regierung gebildet hat, wird er aber im Amt bleiben.