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UN-Tribunal: Karadzic beharrt auf Immunitäts-Deal

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UN-Tribunal: Karadzic beharrt auf Immunitäts-Deal

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Der wegen Völkermords angeklagte Radovan Karadzic besteht weiter auf einer geheimen Abmachung mit den USA. Deren Unterhändler im Bosnienkrieg, Richard Holbrooke, habe ihm 1996 Straffreiheit versprochen, wenn er sich zurückziehe.

Der ehemalige Führer der bosnischen Serben war im Juni nach mehr als zehnjähriger Flucht in Belgrad verhaftet und an das Haager UN-Tribunal ausgeliefert worden. Bei der Anhörung am Mittwoch wiederholte Karadzic zudem den Vorwurf, die NATO habe versucht, ihn umzubringen.

Holbrooke habe ihm auch im Namen der fünf ständigen UN-Sicherheitsratsmitglieder Immunität zugesichert, so Karadzic. Der US-Diplomat hatte eine enstprechende Abmachung mehrfach dementiert. Sie sei auch für ein unabhängiges Gericht nicht bindend, erklärte Richter Iain Bonomy.

Bis kommende Woche will die Staatsanwaltschaft die Anklage überarbeiten. Sie enthält gegenwärtig elf Punkte, darunter den Völkermord von Srebrenica. Dabei waren 1995 8000 Muslime ermordet worden. Karadzic, der sich selbst verteidigt, forderte mehr Zeit zur Vorbereitung.