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Alitalia-Fluglizenz in Gefahr

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Alitalia-Fluglizenz in Gefahr

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Fünf vor zwölf für den Pleitekandidaten Alitalia. Bis Donnerstag hält die italienische Zivilluftfahrtbehörde ENAC noch still. Ist bis dann ein Rettungsplan nicht wenigstens in Sicht, wird die Fluglizenz einkassiert.

Der Insolvenzverwalter hat mögliche Interessenten dazu aufgefordert, bis zum 30. September Kaufgebote abzugeben.

ENAC-Präsident Vito Riggio: “Alitalia hat jetzt drei Tage Zeit, einen letzten Plan den Konkursverwalters zu prüfen. Wenn bis dann nichts kommt, wird die ENAC die Lizenz entziehen. So sind die Regeln.”

Das Angebot ist trist. Seit 1999 macht die Airline keinen Gewinn mehr. Wer sie weiterbetreiben will, hat 1,2 Milliarden Euro Schulden am Bein. Verfügbare Restliquidität: maximal 50 Millionen Euro. Tagesverlust: 2,1 Millionen Euro.

Der letzte von zahllosen Verkaufsversuchen war in der vergangenen Woche gescheitert, nachdem der mögliche Käufer, die Compagnia Aerea Italiana (CAI), sein Gebot zurückgezogen hatte.

Vor allem die Gewerkschaften hatten sich bis zum Schluss gegen die Bedingungen für eine Übernahme gestellt.

Kommentar einer Stewardess: “Ich kann nicht meinen Arbeitsplatz riskieren, nur weil das den Vertretern irgendwelcher Berufsgruppen in den Kram paßt. Ich werde für meinen Job kämpfen – bis zum bitteren Ende.”

Mögliche Investoren sollen sich nun per Internet melden – auch die Deutsche Lufthansa wird immer wieder genannt und hat noch nicht völlig abgewunken. Eine übernahme durch den Staat schaltet aus – Brüssel beäugt schon die 300 Millionen Euro staatlichen Sonderkredit misstrauisch.