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Finanzkrise: Goldman-Sachs und Morgan Stanley werden "normale" Banken

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Finanzkrise: Goldman-Sachs und Morgan Stanley werden "normale" Banken

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Am Ende war da nur noch Panik: Die beiden Wall-Street-Häuser Goldman Sachs und Morgan Stanley geben ihren rechtlichen Sonderstatus auf, um zu gewöhnlichen Geschäftsbanken zu werden. Das verschafft ihnen Zugang zu Krediten – unterwirft sie aber gleichzeitig einer härteren Regulierung durch die amerikanische Notenbank Fed und senkt die Aussicht auf die bisher üblichen exorbitanten Gewinne.

Damit geht ein Kapital Finanzgeschichte zu Ende. Paola Subacchi, Finanzanalystin bei
Chatham House in London: “Wir erleben vermutlich gerade einen historischen Moment. Was da passiert, ist ein völliger Umbau, ein völliges Umdenken im internationalen Banken- und Finanzsystem – als Resultat der Krise.”

Wann die Krise vorbei ist ? Das weiß keiner. Nur -die Kosten sind bereits jetzt riesig. So wurden bisher rund 500 Milliarden Euro durch faule Kredite vernichtet. 1,3 Trillionen Euro sollen das Finanzsystem retten. Trotzdem könnten weltweit 85 000 – bisher oft enorm gut bezahlte – Jobs verloren gehen.

Investmentbanken, spezialisiert auf Vermögensverwaltung, Handel mit Wertpapieren und das Managen von Kapitalaufnahmen, entstanden auf der Basis des angelsächsischen Trennbankensystems. In Staaten mit einem Universalbankensystem (wie etwa Deutschland) sind sie eher unüblich.

Diese Woche jedenfalls bleibt noch besonders spannend. Der amerikanische Finanzminister Henry Paulson will sein Rettungspaket mit einem Volumen von 700 Milliarden Dollar im Kongress durchbringen. Es soll die größte Intervention an den Finanzmärkten seit den 1930er-Jahren werden.

Die demokratische Mehrheit im US-Kongress verlangt für ihre grundsätzliche Zustimmung Zugeständnisse.