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Trauer und Ursachendebatte nach Amoklauf an finnischer Schule

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Trauer und Ursachendebatte nach Amoklauf an finnischer Schule

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Am Tag nach dem Amoklauf in Finnland mit elf Toten bringen viele Menschen in der Kleinstadt Kauhajoki ihre Trauer zum Ausdruck. In einer Berufsschule hatte ein 22-jähriger zehn Mitschüler getötet, und schließlich auch sich selbst. Der Tatort wurde am Morgen weiter von der Polizei gesichert. Diese steht auch in der Kritik, denn wie nach der Bluttat bekannt wurde, war der Täter zuvor bereits wegen eines Gewaltvideos vernommen worden.

Das Video des Täters Matti Saari war auf der Internet-Platform YouTube zu sehen. Die Polizei vernahm den jungen Mann zwar, nahm ihm aber nicht seine registrierte Waffe ab.
Schusswaffen sind in Finnland weit verbreitet; dabei handelt es sich vor allem um Jagdgewehre.

Mehr als die Hälfte der Finnen verfügt über eine registrierte Waffe, damit steht das Land weltweit an dritter Stelle – hinter den USA und dem Jemen. Nach dem Massaker an einer Schule im vergangenen November – das der Täter ebenfalls im Internat angekündigt hatte – wurde das Mindestalter für den Waffenbesitz heraufgesetzt: von 15 auf nun 18 Jahre.

Die Bluttat von Kauhajoki hat die Debatte neu entfacht. Doch das Problem sollte nicht auf den Waffenbesitz reduziert werden, sagte ein junger Mann in Helsinki: Solche Gewalttaten und auch die hohe Selbstmordrate des Landes seien Ausdruck einer gestörten psychischen Verfassung, und die – oder der Umgang damit – sei ein nationales Problem.

Wie inzwischen bekannt wurde, starben einige der Schüler in Kauhajoki an einer Rauchvergiftung, weil der Täter auch ein Feuer gelegt hatte.