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Östereichs zwei rechte Parteien rechnen mit reichlich Zulauf

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Östereichs zwei rechte Parteien rechnen mit reichlich Zulauf

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Vor der österreichischen Parlamentswahl am Sonntag dürfte bei den vielen Unbekannten nur eines sicher sein: Die beiden Parteien am rechten Rand können mit reichlich Zulauf rechnen. Schließlich wird dieser Urnengang zwei Jahre vorfristig nötig, weil die große Koalition aus ÖVP und SPÖ kläglich gescheitert ist. Gelegentliche Anmerkungen von Volkes Hand wie hier “ Nazis raus” auf ein FPÖ-Plakat geschrieben, kann man eher als Ausdruck von Hilflosigkeit werten.

Dabei geht es – verglichen mit anderen EU-Ländern, der Alpenrepublik durchaus gut.
3, 3% Wirtschaftswachstum 2007, nur 4,3 % Arbeitslosenquote. Trotzdem gelingt es den Rechten, soziale Ängste zu schüren und sich so als “Die soziale Heimatpartei” zu präsentieren – wie hier die FPÖ.

Nachdem ein Machtkampf zur Spaltung der von Jörg Haider gegründete und auch schon einmal in die Regierung geführten rechts-populistischen Partei führte , wird sie nun vom Haider-Zögling Hans-Christian Strache geführt.

Und zwar genau in dem aggresiven Ton, den Haider einst einführte. Da bekundet eine vergnügte alte Dame: “Ich bin wegen dem da, daß er die Ausländer heimschickt”.

Bei dieser Wahl dürfen erstmals junge Bürger ab 16 auch auf Bundesebene wählen. Auf sie hat sich der junge , smarte FPÖ-Chef ganz besonders eingestellt. Mit Worten wie mit den Werbemitteln der Partei. Von Jörg Haider ursprünglich als dessen 2. Mann aufgebaut, macht er seinem politischen Ziehvater jetzt Wähler abspenstig. Jetzt sagt Strache: “Die Masse der Armen wird immer mehr – und das ist eine unsoziale Politik. Ich sage, machen wir Schluß mit diesen sozialen Eßkostenpolitikern, ob sie nun Molterer oder Faymann heißen. Die gehören in Wirklichkeit in die Pension geschickt, die Herrschaften.”

Strache macht so weiter wie Haider begonnen hat – Haider selbst hat mit seiner neuen Partei auch einen neuen Politikstil entwickelt.

Weniger aggressiv, keine offiziellen Sympathiebekundungen mehr für alte Nazis, Jörg Haider gibt sich mit seinem “Bündnis Zukunft Österreich” eher staatstragend, ganz besorgter Landesvater. Und das möglichst nicht nur für Kärnten. Haider im Wahlkampf: “ Ich habe hier im Bundesland Kärnten als einziger Politiker Österreichs seit einem Jahr ein sogenanntes `Anti-Teuerungs-Programm`durchgeführt.”

Haider und Strache führen zwar zwei selbständige Parteien. Zusammen könnten sie aber mehr Stimmen erhalten als jede der beiden großen Parteien. Was wird, wenn sie nach dem Modell der deutschen CDU/CSU als stärkste Fraktion in den Nationalrat einziehen.